Erinnerungsort Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz

Als im Zweiten Weltkrieg in Konzentrations- und Vernichtungslagern Millionen Menschen ermordet wurden, standen die Mörder vor technischen Problemen. Sie waren auf zivile Experten angewiesen. Die Erfurter Firma J.A. Topf & Söhne spielte dabei eine entscheidende Rolle: Die industrielle Vernichtung von Menschenleben wäre ohne die von ihr konstruierten Leichenverbrennungsöfen und ihre Gaskammer-Lüftungstechnik nicht möglich gewesen. Am ehemaligen Firmensitz wird heute in einer Dauerausstellung die Frage nach der Mitwisser- und Mittäterschaft im Alltag des Nationalsozialismus aufgeworfen: Von wem und wie wurden die Massenverbrechen ermöglicht und umgesetzt? Außerdem wird bis Januar 2021 die Sonderausstellung “Die Mädchen von Zimmer 28. L 410, Theresienstadt” gezeigt. 12 bis 14 Jahre waren die Mädchen alt, die im Zimmer 28 des sogenannten Mädchenheim L 410 im Ghetto Theresienstadt zu einer Gemeinschaft zusammenwuchsen. Die Geschichte der Mädchen zeigt, welche Kraft Kunst und Kultur im Ringen um Selbstbehauptung in einer unmenschlichen Zeit zu entfalten vermögen.